So, ab jetzt bin ich ein weit gereister Mann: Ich war nicht nur in Uruguay , sondern auch in Argentinien und Brasilien(gut Brasilien nur auf der Durchreise)
Mein Gastvater und ich sind am Dienstag morgen losgefahren und die Autofahrt von 7 Stunden war eigentlich nicht sooo besonders. Nur an der Grenze zu Argentinien musste ich ein bisschen grinsen, denn auf Grund eines kleinen Stürmchens(viel regen und ein bisschen Wind)war der Strom ausgefallen(100 Meter weiter unter der Brücke waren Turbinen, die Strom erzeugen). Wir mussten einfach ein bisschen länger warten, weil man mit Taschenlampen die Papiere kontrolliert hat. Dann haben wir in Argentinien zu Mittag gegessen, und in einer kleinen Stadt, die zufällig auch Mercedes hieß, haben wir mir eine "bombacha"(die Hose, die hier jeder auf dem Land trägt) und ein Paar Lederstiefel. Jetzt bin ich schon zur Hälfte ein Gaucho. Mittlerweile war es schon dunkel geworden und das letzte Stück sind wir durch ein Meer von von Glühwürmchen gefahren. Überall blinkte es in der Nacht und ab und zu durchzuckte ein Blitz den Himmel. Und mittendrin wir in unserem Pick-up, mit Gaucho-musik.
Auf der Farm angekommen haben wir zuerst mit dem Verwalter und seiner Frau gegessen und sind dann auch schon ins Bett gegangen, weil wir am nächsten Tag früh aufstehen mussten. Es hat mich auch nicht gestört, dass überall im Haus alle möglich Arten von Insekten dem Licht entgegen gekrabbelt sind, und dass im Bad diverse Frösche gequakt haben.
Am nächsten Morgen, so gegen 6 Uhr sind wir dann aufgestanden, haben Mate getrunken und dann am Tor auf den Doktor gewartet, mit dem wir später den Bullen Samen entnehmen und den Kühen Hormone in den Arsch schieben(wortwörtlich) wollten, damit sie alle zum selben Zeitpunkt bereit sind schwanger zu werden. Auf dem Weg zum Tor(ungefähr 20km, weil noch eine andere Farm dazwischenliegt) habe ich dann viele Strauße, Kraniche(oder Reiher, keine Ahnung was der Unterschied ist) und Flamingos gesehen, und weil ich so erstaunt war, lange Beine habe und schnell rennen kann, haben mir die Gauchos auf der Farm später den Spitznamen "ñandú"gegeben(Strauß). Mit dem Doktor und den 5 Gauchos der Farm haben wir dann die schon erwähnte Arbeit bei 40 Bullen und 300 Kühen vollbracht( zwei Tage Arbeit). Während der Doktor im Arsch der Kühe rum gewühlt hat, habe ich die Nummern der Kühe, die mir die Gauchos zugerufen haben, notiert und der Doktor hat mir jeweils immer zwei zahlen genannt, die ich hinter die Nummer der Kuh schreiben musste. An und für sich ist das keine anstrengende Arbeit für mich gewesen, aber die Zahlen mit Argentinischem Akzent zwischen den muhenden Kühen zu verstehen und zu beachten, wenn die Kühe sich mal umentschieden haben und eine andere zuerst drankommt, hat mich dann doch ein bisschen geschafft. Vor allem weil man am Ende Schwierigkeiten hatte zwischen dem ganzen Dreck, den die Kühe aufgewühlt haben noch irgendein sauberen Fleck zu erkennen. Während der ganzen Zeit hat es natürlich geschifft wie aus Eimern, sodass man Abends durchnässt und überall mit Kuhscheiße bespritzt seine Dusche mit den Fröschen richtig schön genießen konnte. Am letzten Tag sind wir dann nochmal nach Mercedes gefahren und haben uns Handarbeiten aus Leder und Silber aus der Gegend angeguckt und dann sind wir auch schon wieder nach Hause gefahren. Diesmal über Brasilien. Insgesamt haben wir viel gearbeitet und trotz des schlechten Wetters habe ich viel von der Landschaft und den Tieren gesehen und diese Reise genossen. Doch jetzt kehre ich in den Schulalltag zurück und freue mich schon auf die sonnigen Tage an der "rambla"
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